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Entdecken Sie kluge Köpfe an der Philosophischen Fakultät

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"Nahaufnahmen": Corinna Belz

  • Film-Regisseurin und Produzentin
  • Alumna Philosophie, Kunstgeschichte und Medienwissenschaften
  • Philosophische Fakultät

Corinna Belz (*1955) ist Drehbuchautorin, Produzentin und Regisseurin zahlreicher prämierter (Dokumentar-)Filme und schafft mit ihrer Sensibilität das Schwierigste in diesem Genre: aus Blickstücken künstlerische Energie erfahrbar zu machen.

Ihr Studium der Philosophie, Kunstgeschichte und Medienwissenschaften absolvierte sie von 1975 bis 1982 in Köln und Berlin. Bereits in ihrer Magisterarbeit "Der Dokumentarfilm in der zeitgenössischen Dokumentarfilmdiskussion"(cum laude), beschäftigte sie sich mit dem Genre und arbeitete nach dem Studium zunächst als Radioautorin und Regieassistentin. 1992 realisierte sie zusammen mit Marion Kollbach das Porträt der Filmemacherin Chantal Akerman („Die wirklichen Dinge passieren in der Nacht“). Mit ihrem Film über sieben Ex-Programmierer in "Leben nach Microsoft“ (2001) beginnt für Corinna Belz die Zusammenarbeit mit der Berliner Produktionsfirma Zero one, mit der sie ihre ersten Kinodokumentarfilme entwickelt. Für den Film „Ein anderes Amerika“ (2002) über die Nachwirkungen des Terroranschlags auf das World Trade Center 2001, wird sie u.a. für den Grimme-Preis nominiert.

Seit 2005 widmet sie sich in ihren Arbeiten immer wieder Künstlerinnen und Künstlern - so entstanden Filme über Peter Handke, Paula Modersohn-Becker und die Reihe "Ateliergespräche mit Kaspar König". Mit der Kinodokumentation „Gerhard Richter Painting“ (2011) wurde Corinna Belz 2012 mit dem Deutschen Filmpreis ausgezeichnet. Darauf folgte eine weitere Zusammenarbeit mit Richter für den abstrakten Film „Moving Picture (946-3)“, für den Kompositionen von Steve Reich und Rebecca Saunders entstanden. 2020 kam ihr Film „In den Uffizien“ in die Kinos: Es ist ein Portrait der Arbeit in und an der berühmten Kunstsammlung in Florenz, das sich so intim an Kunstwerke herantastet, wie es beim realen Museumsbesuch kaum möglich wäre. Während der Pandemie 2020 bis 2022 drehte und produzierte Corinna Belz den Kinofim "Thomas Schütte. Ich bin nicht allein", mit dem sie 2023 auf Kinotour ist.

Corinna Belz beobachtet und hört genau zu, sie entwickelt eindringliche Filmerzählungen, die sich oft auf das Tun ihrer Protangonisten konzentrieren. Gleichzeitig wirft sie einen Blick auf das Werk, das für sie immer eine eigene Identität besitzt und schafft eindringliche Nahaufnahmen.

(Stand: Juli 2023)

"Vorbilder": Prof. Dr. Joseph Major Nyasani

  • Ehem. Beauftragter für politische Angelegenheiten der Vereinten Nationen, New York
  • Alumnus Geschichte 
  • Philosophische Fakultät

Prof. Joseph Major Nyasani wurde am 1. April 1938 in Kisii, Kenia geboren. Mit sechs Jahren wurde er in die Missions-Schule Nyabururu eingeschult, die er bis zum Abschluss der siebenjährigen Grundschule besuchte. 1951 trat er in das St. Peter Seminar in Kakamega (Kenia) ein, an dem er im Dezember 1957 eine dem Deutsch-Abitur entsprechende Abschlussprüfung, das „Overseas Cambridge School Certificate“ ablegte. Von Kakamega aus wurde er nach Kampala (Uganda) geschickt, wo er einen einjährigen Philosophiekurs absolvierte. Daraufhin erhielt er ein Stipendium zum Studium an der Universitas Urbaniana in Rom, wo er 1960 seinen Bachelor Abschluss machte. Anschließend studierte er Theologie und belegte gleichzeitig einen Fernkurs der Catholic Social Guild Oxford in Soziologie, den er 1963 mit Diplom abschloss.

1963 kam Prof. Nyasani nach Deutschland, wo er zunächst in Brilon/ Westfalen am Goethe-Institute einen Sommerkurs für die deutsche Sprache belegte. Während des Wintersemesters 1963/64 studierte er an der Universität Fribourg in der Schweiz. Dort studierte er zwei Semester Philosophie bei Professor Józef Maria Bocheński. Im Wintersemester1965/66 wurde er an der Universität zu Köln immatrikuliert, wo er Geschichte im Hauptfach bei Professor Erich Angermann studierte. Am 06.08.1969 promovierte er an der Philosophischen Fakultät zu dem Thema „Die britischen Strafexpeditionen gegen den Kisii-Stamm als ein Beispiel der gewaltsamen Einrichtung einer Kolonie 1895-1909“.

Er schrieb seine Dissertation in lateinischer Sprache und brach damit einen vielleicht 300 oder 100 Jahre alten Rekord für das Schreiben einer Dissertation in lateinischer Sprache an der Universität zu Köln. Nach seinem Studium in Köln zog es Prof. Nyasani für ein Jura Studium an die Ruhr-Universität in Bochum, bevor er ab 1971 als „Political Affairs Officer“ für das Sekretariat der Vereinten Nationen in New York City tätig wurde. Der Autor von mehr als 40 Büchern und 300 Aufsätzen starb 2016. 

(Stand: Mai 2023) Dieses Portrait ist anlässlich der Konferenz "African Futures" in Kooperation mit dem Global South Studies Center der Uni Köln entstanden!

"Vereinbarkeiten": Juliane Schreiber

  • Gründerin von Mama Meeting, smart worq & Vereinbarkeit NOW
  • Studium der Medienwissenschaften, Kulturwissenschaften und North American Studies
  • Philosophische Fakultät

Phil-Alumna Juliane Schreiber (*1984) hat das Thema Vereinbarkeit zu ihrem beruflichen Inhalt gemacht: Als Gründerin von Mama Meeting, Speakerin und Medienexpertin ermöglicht sie berufstätigen Müttern, ihre Rolle neu zu erfinden, sich zu vernetzen und Care-Arbeit und Beruf erfolgreich zu verbinden. Kurz nachdem sie im Jahr 2017 selbst Mutter wurde, gründete sie zusammen mit Sarah Drücker die Eventreihe Mama Meeting und einen Business Club für berufstätige Mütter. In Events rund um Berufs- und Karrierethemen erhalten Working Moms hier neue Kontakte und Weiterbildungsangebote. 2020 folgte die Gründung von smart worq und die Initiierung des Zertifikatslehrgangs „Vereinbarkeits Manager*in (IHK)“, in dem zertifizierte Expert:innen und Berater:innen rund um das Thema Vereinbarkeit ausgebildet werden, die in und für Unternehmen und Institutionen im Einsatz sind.

Juliane Schreiber wuchs in Hessen auf und hat zunächst Medienwissenschaften und Kulturwissenschaften an der Universität Paderborn (2004 – 2008) studiert. Für das Masterstudium der North American Studies kam sie schließlich an die Philosophische Fakultät der Universität zu Köln (2009 – 2011). Bereits während des Studiums begann sie für traditionelle Medienunternehmen und Kommunikationsagenturen in Deutschland und Dubai zu arbeiten. Im Jahr 2014 leitete sie außerdem den Wahlkampf des SPD-Oberbürgermeisterkandidaten in Düsseldorf. Aber auch die Universität zu Köln prägte einige Etappen ihres Berufslebens – darunter Tätigkeiten im Gleichstellungsbüro, der Marketingabteilung der Uni Köln und als Teamleiterin für Öffentlichkeitsarbeit & Events (2015 bis 2019) am Zentrum für LehrerInnenbildung (ZfL).

Zudem war Juliane Schreiber jahrelang als Bloggerin mit Schwerpunkt „Digitalisierung und Social Media“ aktiv und ist Autorin mehrerer Bücher.

Mehr zu Juliane Schreiber erfahren Sie in der "Alumni-Karrierewege: Portraitreihe" des CareerService der Philosophischen Fakultät.

(Stand: Januar 2022)

"Dramaqueens": Karin Beier

  • ehem. Intendantin Schauspiel Köln | Intendantin Deutsches Schauspielhaus Hamburg
  • Studium Anglistik sowie Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft
  • Philosophische Fakultät

Die Bretter, die die Welt bedeuten, sind ihr Metier: Karin Beier ist gebürtige Kölnerin (*1965), Phil-Alumna und seit der Spielzeit 2013/2014 inszenierende Intendantin am Deutschen Schauspielhaus in Hamburg. An der Philosophischen Fakultät studierte sie bis 1988 Anglistik und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft und zählt heute zu den bedeutendsten Theatermacher*innen im deutschsprachigen Raum.

Während ihrer Studienzeit gründete Karin Beier die Theatergruppe Countercheck Quarrelsome, mit der sie radikal entschlackte Shakespeare-Inszenierungen herausbringt – und begann ihre Karriere 1988 als Hausregisseurin am Düsseldorfer Schauspielhaus. Bereits 1994 wurde sie zur Nachwuchsregisseurin des Jahres gewählt und ihr weiterer Weg führte sie in den folgenden Jahren für Inszenierungen nach Hamburg, München, Hannover, Bonn, Bochum, Zürich und Köln – darunter auch fünf Jahre als Hausregisseurin an das renommierte und weltbekannte Burgtheater Wien – eine wahre Dramaqueen.

2007 kehrte sie schließlich nach Köln zurück und übernahm bis 2013 die Intendanz des Schauspiel Köln. Für ihre Regiearbeit in dieser Zeit erhielt Karin Beier zahlreiche Auszeichnungen und mehrere Einladungen zum Berliner Theatertreffen, das jährlich die zehn besten Inszenierungen im deutschsprachigen Raum vorstellt. Zudem gelang dem Schauspiel Köln unter ihrer Intendanz gleich zwei Mal (2010 und 2011) die Wahl zum „Theater des Jahres“. Seit der Spielzeit 2013/2014 ist Karin Beier Intendantin des Deutschen Schauspielhauses Hamburg, des größten Sprechtheaters in Deutschland. Die Spielzeit 2020/21 eröffnete sie mit der Uraufführung von Rainald Goetz' »Reich des Todes« - ein erneuter Erfolg, denn auch diese Inszenierung wurde zum Berliner Theatertreffen 2021 und zu den Mülheimer Theatertagen eingeladen. Für ihre herausragende Theaterarbeit wurde Karin Beier 2017 mit dem Bundesverdienstkreuz 1. Klasse geehrt.

Auch für KölnAlumni war Karin Beier bereits in Aktion: Im Jahr 2010 war sie mit einer mitreißenden Festrede zum Thema „Warum Theater?!“ beim KölnAlumni-Dinner im Hyatt Regency Köln zu Gast! 

(Stand: Juni 2021)

"Perspektivwechsel": Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz

  • Mitglied des Petersburger Dialogs | ehem. Moskau-Korrespondentin ARD
  • Studium Geschichte und Politische Wissenschaften
  • Philosophische Fakultät

Phil-Alumna Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz (*1949) wurde in Lam im Bayrischen Wald geboren und wuchs in Köln auf, wo sie 1968 an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln mit dem Studium der Osteuropäischen Geschichte, Politischen Wissenschaften und Slawistik begann. Ihr Studium schloss sie 1974 mit dem Magister erfolgreich ab. Im Jahr 1977 folgte eine Promotion in Geschichte und Politischen Wissenschaften. In ihrer Dissertation zum Thema „Vom Kiewer Reich zum Kalten Krieg. Vorstellungen von Russen und Russland im Schulfunk nach 1945“ beschäftigte sich Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz mit Vorurteilen und Klischees.

Ab 1976 war Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz beim Westdeutschen Rundfunk tätig, seit 1992 als freie Mitarbeiterin. Im Mai 1978 wurde sie als Redakteurin und Reporterin bei der Kölner Tagesschau- und Tagesthemen-Redaktion festangestellt. Außerdem hat sie Hörfunk- und Fernsehsendungen moderiert, zum Beispiel "Zwischen Rhein und Weser" und "Hier und Heute". Im Sommer 1980 trat sie eine Vertretung im ARD Fernseh-Studio New York an, im Jahr 1982 wurde sie Redakteurin bei „Monitor“ und war ab 1984 als Moderatorin in der Talkshow „Drei vor Mitternacht“ im WDR zu sehen.

1987 wurde sie die erste weibliche Korrespondentin auf dem ARD-Auslandsplatz Moskau und bekam wenig später als erster westlicher in Moskau akkreditierter Journalist ein Interview mit dem sowjetischen Staatschef Michail Gorbatschow. 1991 kehrte sie wieder nach Deutschland zurück und moderierte nach einem Sabbatjahr von 1992 bis 1997 den ARD-Kulturweltspiegel.

Seit Dezember 2000 ist sie Mitglied des Lenkungsausschusses im Petersburger Dialog, einer Initiative des russischen Präsidenten Putin und des deutschen Bundeskanzlers Schröder, die sich als bilaterale Diskussionsplattform den deutsch-russischen Beziehungen widmet. Prof. Dr. Gabriele Krone-Schmalz wurde über die Jahre zu einer gefragten Russland-Expertin. Sie sieht es als ihre Aufgabe an, durch Perspektivwechsel informierte Debatten zu befördern, um so zu einem besseren deutsch-russischen Verhältnis beizutragen.

Sie hat bereits mehrere Bestseller geschrieben, darunter „…an Russland muss man einfach glauben“ (1991), „Russland verstehen“ (2015) und „Eiszeit – Wie Russland dämonisiert wird und warum das so gefährlich ist“ (2017). Seit Oktober 2011 ist sie Professorin für Fernsehen und Journalistik an der Business and Information Technology School (BiTS) in Iserlohn.

(Stand: August 2021)

"Gute Ideen": Marco Zingler

  • Geschäftsführer und Gesellschafter Digitalagentur denkwerk | Vizepräsident BVDW e.V.
  • Studium Geschichte, Philosophie, Politikwissenschaft und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaft
  • Philosophische Fakultät

Angestrebt hat Phil-Alumnus Marco Zingler (*1969) ursprünglich eine Karriere in der Wissenschaft. Nach dem Studium der Mittleren und Neueren Geschichte, Politikwissenschaft, Philosophie und Theater-, Film- und Fernsehwissenschaften an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln kam allerdings doch alles anders als geplant: Eine von Freunden gegründete Internet-Agentur brachte den Wendepunkt in seiner Laufbahn – aus ursprünglich sechs Wochen geplanter Unterstützung sind inzwischen über 23 Jahre Agenturerfahrung und eine besondere Karriere in der Kreativ- und Werbebranche geworden!

Dass auch Scheitern auf dem persönlichen Weg dazu gehören kann, hat Marco Zingler zum Beginn seiner Karriere selbst erfahren: Als Geschäftsführer der oneview GmbH (1999-2003) verfolgten sein Team und er bereits Ende der 1990er Jahre die Idee eines sozialen Netzwerks - zu einer Zeit also, in der heute bekannte soziale Netzwerke noch gar nicht existierten. Die großartige Idee scheiterte, aber sein Tipp für alle jungen Gründer*innen lautet: Mutig und auch bei Rückschlägen fokussiert bleiben. Erfolgreiches Unternehmertum hängt aus seiner Sicht weniger vom Studienfach ab, sondern vielmehr von der eigenen Persönlichkeit gepaart mit Selbstdisziplin, Leidenschaft und Durchsetzungskraft.

Der gebürtige Kölner ließ sich nicht entmutigen und gründete in den Folgejahren mehrere Start-Ups. Heute ist Marco Zingler Vizepräsident beim Bundesverband Digitale Wirtschaft e.V. und leitet seit 2001 als Geschäftsführer und Gesellschafter die 1998 gegründete denkwerk GmbH - eine der kreativsten und renommiertesten deutschen Digitalagenturen an vier Standorten (Köln, Hamburg, Berlin und München), mit rund 210 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern aus 14 Nationen. Gute Ideen entstehen in der Agentur am laufenden Band und durch Forschung „im eigenen Haus“, mithilfe eines Virtual-Reality-Labors, einer Werkstatt und auch Dank des Sommerstipendiums „Summer of Thinx“.

Von 2010 bis 2013 beriet Marco Zingler als Experte den Wirtschaftsrat der Union, die Enquete-Kommission Internet und digitale Gesellschaft des Deutschen Bundestags. Zudem ist er Mitglied im Beirat Medien-Digital-Land NRW und ein gefragter Redner zu Themen der Digitalisierung.

Mehr zu diesen Themen erfahren Sie in einem ausführlichen Interview des Universitätsmagazins.

(Stand: August 2021)

"Schaffenskräfte": Barbara Foerster

  • Kulturamtsleiterin der Stadt Köln
  • Studium der Kunstgeschichte, -kritik und -erhaltung
  • Philosophische Fakultät

Phil-Alumna Barbara Foerster (*1970) sagt über sich, ihre Liebe zu Kunst und Kultur sei ihr sozusagen in die Wiege gelegt worden: Ihre Mutter war Malerin und Kunstwissenschaftlerin - sie selbst hat an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln (sowie in Münster, Rom, Perugia) Kunstgeschichte und Philosophie studiert (Abschluss Magister Artium im Jahr 1998). Heute ist Barbara Foerster Kulturamtsleiterin der Stadt Köln! 

Ihre Karriere bei der Stadt begann im Jahr 2008 als wissenschaftliche Referentin im Kölner Kulturamt, wo sie die Förderung von Projekten und Einrichtungen aus den Bereichen Bildende Kunst, Film, Literatur und Neue Medien verantwortete. Seit Anfang 2014 leitet Barbara Foerster das Kulturamt mit dem Leitgedanken, einen Dialog zwischen Kulturszene, Bürgerinnen und Bürgern, Politik und Verwaltung herzustellen. Vor ihrer Zeit in der Kulturverwaltung hat Barbara Foerster viele Jahre als Kunstkritikerin gearbeitet, davon fünf Jahre als Redakteurin im Kulturressort des Mannheimer Morgen. Außerdem schrieb sie u.a. als freie Mitarbeiterin für das Kunstforum International, den Kunstmarkt des Handelsblatts sowie die Wirtschaftszeitung GELDidee. 

Auch nach ihrem Studium blieb sie der Universität eng verbunden: Seit 2018 bietet Barbara Foerster als Lehrbeauftragte für künstlerisch-mediale Praxis Seminare am Institut für Kunst und Kunsttheorie der Humanwissenschaftlichen Fakultät an. Ihr thematischer Schwerpunkt liegt hierbei auf Kunst im öffentlichen Raum sowie kultureller Stadtentwicklung. Nicht nur in der Verwaltung, sondern auch in der Lehre fördert Barbara Foerster also neue „Schaffenskräfte“!

(Stand: März 2021)

Lektüretipp: Mehr zu Barbara Foerster lesen Sie auch im Alumni-Interview mit dem Kölner Universitätsmagazin!

"Pionier*innen": Thea Fiegenbaum

  • Mitwirkung im Verein Erste Generation Promotion – EGP e. V.

  • Promotionsstudium Geschichte

  • Philosophische Fakultät

Phil-Alumna Thea Fiegenbaum (*1990) studierte Geschichte, Mittelalterstudien und Literaturwissenschaft an der Universität Bielefeld und der Universität zu Köln. Während ihres Studiums arbeitete sie als studentische und wissenschaftliche Hilfskraft sowie als Tutorin an verschiedenen Lehrstühlen und bei der a.r.t.e.s. Graduate School for the Humanities Cologne. Seit April 2018 ist Thea Fiegenbaum Stipendiatin im Integrated Track der a.r.t.e.s. Graduate School und erforscht im Rahmen ihrer Promotion die Geschichte von Waisen- und Findelkindern in Köln um 1800. Darüber hinaus beschäftigt sie sich als Mitinitiatorin von „AGRIPPINA – Forum für kölnische Stadtgeschichtsforschung“ mit der Kölner Stadtgeschichte.

Als erste Promovierende – und damit Pionierin – in ihrer Familie engagiert sich Thea Fiegenbaum beim Verein „Erste Generation Promotion – EGP e. V.“ Die Initiative setzt sich für Promovierende und Promotionsinteressierte ein, die aus nichtakademischen Elternhäusern stammen. Mit einem breiten Beratungs- und Vernetzungsangebot soll die Bildungsgerechtigkeit und Chancengleichheit gefördert und damit der Weg zur Promotion für viele weitere Pionier*innen geebnet werden!

(Stand: November 2020)

"Sachgeschichten": Armin Maiwald

  • Autor, Regisseur und Fernsehproduzent

  • Studium der Theaterwissenschaften, Germanistik & Philosophie

  • Philosophische Fakultät

Er ist ein Pionier des Kinderfernsehens und der Mann hinter „Die Sendung mit der Maus“: Armin Maiwald. Als Erfinder, Sprecher und Akteur der „Sachgeschichten“ erklärt er seit über 40 Jahren die Welt und ihre faszinierenden Phänomene – ob es sich dabei um die Herstellung eines Tennisballs, das Archimedische Prinzip, die Bundestagswahl oder die Weltraumstation Mir handelt. Obwohl das Zielpublikum Kinder im Kindergarten- und Grundschulalter sind, lieben auch Erwachsene die Wissensfilme über Herstellung oder Funktionsweisen von Alltagsgegenständen – und auch Professor*innen nutzen die Sachgeschichten als Lehrmaterial. 

In Köln geboren (*23.01.1940), studierte Maiwald nach dem Abitur von 1961 bis 1964 Theaterwissenschaften, Philosophie und Germanistik an der Philosophischen Fakultät der Uni Köln und erinnert sich noch heute gern an seine Studienzeit zurück. Um sich das Studium zu finanzieren, jobbte Armin Maiwald beim Westdeutschen Rundfunk und sammelte so erste Erfahrungen hinter der Kamera. Gemeinsam mit Siegfried Mohrhof und Gert K. Müntefering entwickelte Armin Maiwald 1968 das Format der „Lach- und Sachgeschichten für Fernsehanfänger“, aus dem 1971 schließlich „Die Sendung mit der Maus“ wurde. Im selben Jahr gründete Armin Maiwald seine eigene Produktionsfirma „FLASH Filmproduktion“. Parallel zu den Sachgeschichten arbeitet unser Phil-Alumnus hier nicht nur an weiteren Programmen für Kinder (wie „Robbi, Tobbi und das Fliewatüüt“) sondern auch an Sendungsformaten für erwachsene Fernsehzuschauer*innen. Für ihre herausragende Leistung wurde die Sendung national und international mehrfach ausgezeichnet und läuft inzwischen in fast 100 Ländern – womit sie als eine der erfolgreichsten deutschen Fernsehproduktionen überhaupt gilt. Für sein Schaffen wurde Armin Maiwald auch persönlich ausgezeichnet: Im Jahr 1995 verlieh ihm der damalige Bundespräsident Roman Herzog das Verdienstkreuz am Bande. Das Land NRW ehrte ihn im Mai 2019 mit dem Landesverdienstorden.

(Stand: September 2019)

Mehr zu Phil-Alumnus Armin Maiwald erfahren Sie außerdem in unseren KölnAlumni-Stories und im KölnAlumni-Podcast "Hier sprechen: Kluge Köpfe".

"Reichweiten": Britta Heidemann

  • China-Expertin, Referentin, Olympiasiegerin, Athletenvertreterin
  • Studium Regionalwissenschaften China (BWL)
  • Philosophische Fakultät

Das „Goldene Triple“ – Britta Heidemann (*1982) gelang als erster Degenfechterin überhaupt der Olympiasieg (Peking 2008), WM-Sieg (2007) und EM-Sieg (2009)! Sie ist somit eine der erfolgreichsten Fechterinnen aller Zeiten, gehörte über 10 Jahre zur Weltspitze und gewann zahlreiche internationale Medaillen, darunter drei Medaillen bei drei Olympischen Spielen. Zu ihren diversen Ehrungen im Sport zählen u.a. im Jahr 2008 und 2012 der „Felix-Award" als NRW-Sportlerin des Jahres, 2009 der „Sparkassenpreis für Vorbilder im Sport“ und das Silberne Lorbeerblatt (2004, 2008, 2012). 

Neben ihrer Sportkarriere schloss Britta Heidemann 2008 erfolgreich ein Diplom-Studium der Regionalwissenschaften China (Schwerpunkt BWL) an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln ab und ist seitdem Mitglied im KölnAlumni-Netzwerk. Heute arbeitet sie freiberuflich als Beraterin für die Bereiche China, erneuerbare Energien, Sport und Management. Sie spricht fließend chinesisch und begleitet regelmäßig Delegationen aus Wirtschaft, Politik, Kultur oder Sport in das Land der Mitte. Sie ist als Referentin rund um die Themen Motivation, Zielorientierung und Erfolgsfaktoren tätig und bietet Fecht-Workshops an. Als Autorin veröffentlichte sie die Bücher „Glück ist eine Frage der Haltung“ und „Willkommen im Reich der Gegensätze. China hautnah“. 

Die berufliche „Reichweite“ von Britta Heidemann erstreckt sich aber auch auf die Themen Jugend und Sport: So ist sie u.a. Kuratorin der Bundesliga-Stiftung und Botschafterin der Aktion „Bewegung gegen Krebs“ der Deutschen Krebshilfe. Im Jahr 2016 wählten die Olympioniken sie als Vertreterin in die Athletenkommission des Internationalen Olympischen Komitees. Sie ist Mitglied des IOC und des Präsidiums des Deutschen Olympischen Sportbundes und Botschafterin „Sport für Entwicklung“ der Bundesregierung. 2016 hat sie die Aufgabe der Patin für den Ehrenamtspreis der Stadt Köln übernommen, wo sie heute auch lebt.

(Stand: Dezember 2019)

"Grenzgänge": Dr. Navid Kermani

  • Schriftsteller & Orientalist
  • Studium Orientalistik, Philosophie & Theaterwissenschaft
  • Philosophische Fakultät

Navid Kermani, 1967 in Siegen als Sohn iranischer Eltern geboren, studierte Orientalistik, Philosophie und Theaterwissenschaften an der Philosophischen Fakultät der Universität zu Köln sowie in Bonn und Kairo. Nach seiner Dissertation und Habilitation im Fach Orientalistik lehrte er als Gastprofessor in Frankfurt, Göttingen, Mainz sowie am Dartmouth College in den USA. Von 2000 bis 2003 war er Long Term Fellow am Wissenschaftskolleg zu Berlin, von 2009 bis 2012 Senior Fellow am Kulturwissenschaftlichen Institut Essen.

Navid Kermani lebt seit 1988 in Köln – heute als freier Schriftsteller. Er ist Mitglied der Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung und derzeit als Gastprofessor an der Kunsthochschule für Medien im Fach "Literarisches Schreiben" tätig. Als einer der einflussreichsten Intellektuellen Deutschlands und wichtigsten Stimmen des Landes hat er viel beachtete Reden gehalten (u.a. die Festrede anlässlich der Feierstunde des Deutschen Bundestags zum 65. Jahrestag des Grundgesetzes, 2014) und prägt mit seinen Veröffentlichungen immer wieder politische und religiöse gesellschaftliche Debatten. Dabei stehen vorrangig die Würde des einzelnen Menschen, der Respekt für verschiedene Kulturen und Religionen und die Offenheit der europäischen Gesellschaft im Zentrum seiner Betrachtungen.

Sein Werk, das Romane, Essays, Reportagen aus Krisengebieten, Monographien und Sachbücher umfasst, wurde vielfach ausgezeichnet, u.a. erhielt Navid Kermani den Kleist-Preis, den Joseph-Breitbach-Preis, den Friedenspreis des deutschen Buchhandels und zuletzt im Jahr 2017 den ECF Princess Margriet Award for Culture. Im selben Jahr wurde Navid Kermani mit dem Staatspreis des Landes Nordrhein-Westfalen ausgezeichnet. Navid Kermani ist nicht nur der Stadt Köln, sondern insbesondere auch dem 1. FC Köln verbunden: In seiner Rede zum 70. Geburtstag des 1. FC Köln schilderte er eindrücklich, wie er dem FC im Alter von vier Jahren verfiel – und warum er diesen Fußballclub bis heute liebt.

(Stand: Januar 2019)

 

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