Der Verein der Freunde und Förderer der Universität zu Köln e.V. (gegründet 1924) und das Absolventennetzwerk KölnAlumni e.V. (gegründet 2002) haben sich im Juni 2009 zusammengeschlossen. Der neue Verein KölnAlumni – Freunde und Förderer der Universität e.V. wurde begründet, um die gemeinsamen Zielsetzungen künftig noch besser erreichen zu können: Absolvent/innen sowie Freunde und Förderer mit der Universität in Kontakt zu halten, ein starkes Netzwerk und spannende Veranstaltungen zu bieten und die Universität durch unsere Arbeit zu unterstützen.

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20.05.2011: VIII. KölnAlumni-Symposium: Information ohne Grenzen. Der WikiLeaks-Effekt.


Information ohne Grenzen.
Der WikiLeaks-Effekt.



VIII. KölnAlumni-Symposium

Freitag, 20. Mai 2011

Aula der Universität zu Köln

Beginn: 19.30 Uhr / Einlass: 19.00 Uhr



Podiumsdiskussion

Markus Beckedahl
Netzpolitischer Aktivist, Begründer des Blogs netzpolitik.org, Sachverständiger der Enquete-Kommission des Bundestages zu „Internet und digitale Gesellschaft“
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Prof. Dr. Christoph Bieber
„Digitaler Politologe“, Professor für Politikwissenschaft mit dem Schwerpunkt Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft an der Universität Duisburg-Essen
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Hans Leyendecker
Investigativ- und Enthüllungsjournalist, Leitender Politischer Redakteur der Süddeutschen Zeitung
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Moderation


Matthias Kremin
Programmbereichsleiter Kultur und Wissenschaft Fernsehen beim WDR, Moderator (Funkhausgespräche WDR 5)
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Seit der Veröffentlichung der US-Botschaftsdepeschen durch WikiLeaks ist Whistleblowing in aller Munde. Der Begriff „Whistleblower“ wird verwendet für Personen, die schwerwiegende Missstände in ihrem Arbeitsumfeld aufdecken. Durch die Digitalisierung ist die Veröffentlichung geheimer Informationen wesentlich vereinfacht worden: Ein USB-Stick reicht, um Tausende von Dokumenten zu vervielfältigen – und Whistleblowing-Plattformen ermöglichen die anonyme und rasante Verbreitung dieser Informationen.


Ein halbes Jahr nach Cablegate diskutiert das VIII. KölnAlumni-Symposium die gesellschaftlichen Auswirkungen dieser besonderen „Enthüllungskultur“ und beleuchtet das Spannungsfeld zwischen Öffentlichkeit und Geheimnis:
  • Welche Veränderungen sind bisher zu verzeichnen?
  • Wird es langfristig zur Neu-Organisation öffentlicher Kommunikation, Journalismus, politischer Kultur und Regierungsarbeit kommen?
  • Wie kann eine sinnvolle Zusammenarbeit der politischen, gesellschaftlichen und medialen Akteure aussehen, die zur Förderung öffentlicher Transparenz beiträgt?
  • Was bedeutet das für jeden einzelnen von uns?


Begrüßung:


Prof. Dr. Erland Erdmann
, Präsident KölnAlumni – Freunde und Förderer der Universität zu Köln e. V.
Prof. Dr. Axel Freimuth, Rektor der Universität zu Köln

Die Veranstaltung ist öffentlich, die Teilnahme ist kostenfrei.

Anmeldung: Eine Anmeldung ist erforderlich unter https://alumni.uni-koeln.de/public/termine.aspx?t=89.


Im Anschluss an die Veranstaltung findet ein Empfang für Mitglieder und ihre Gäste statt.
Die Referenten – Vitae und Statements
Markus Beckedahl bloggt seit 2002 auf netzpolitik.org über Politik in der digitalen Gesellschaft. netzpolitik.org zählt zu den reichweitenstärksten Blogs im deutschsprachigen Raum und wurde mehrfach ausgezeichnet. Er ist Mitgründer der newthinking communications GmbH, einer Agentur für Open Source Strategien und digitale Kultur mit Sitz in Berlin.
Als Veranstalter organisiert er seit 2007 die re:publica-Konferenzen über Blogs, soziale Medien und die digitale Gesellschaft. Er sitzt als Sachverständiger in der Enquete-Kommission des Deutschen Bundestages zu "Netzpolitik und digitale Gesellschaft" und ist Mitglied des Medienrates der Medienanstalt Berlin-Brandenburg sowie persönliches Mitglied der deutschen UNESCO-Kommission.
Markus Beckedahl ist Lehrbeauftragter für digitale Themen an verschiedenen Hochschulen, u.a. an der Universität Mannheim lehrt er “Open Source - Kulturen” und “Soziale Medien”. Ehrenamtlich kümmert er sich als Public Project Lead um die Öffentlichkeitsarbeit und das Community-Building von Creative Commons Deutschland und ist stellvertretender Vorsitzender des Opendata Network Deutschland.
Herr Beckedahl, kann die Debatte um WikiLeaks langfristig zur Beschneidung von Meinungs-, Presse oder Informationsfreiheit führen?

"Wikileaks hat 2010 anschaulich gezeigt, wie eine kleine Truppe gut vernetzter Aktivisten mit Hilfe der passenden Infrastrukturen und den richtigen Dokumenten eine Großmacht wie die USA herausfordern und dabei gleichzeitig mehr Transparenz  herstellen kann. In Folge dieser Aktionen sind die Stimmen der Befürworter von mehr Informationskontrolle und den dazugehörigen Zensurinfrastrukturen lauter geworden.  Diese Diskussion kann dazu führen, dass langfristig die Presse-, Meinungs- und/oder Informationsfreiheit beschnitten wird, um solche Aktionen zukünftig besser behindern zu können."



Dr. Christoph Bieber ist seit Mai 2011 Inhaber der Johann-Wilhelm-Welker-Stiftungsprofessur für Ethik in Politikmanagement und Gesellschaft an der Universität Duisburg-Essen. Bis April 2011 war er Wissenschaftlicher Assistent an der Justus-Liebig-Universität Gießen, außerdem arbeitet er am dortigen Zentrum für Medien und Interaktivität. Die Folgen der digitalen Medienentwicklung stehen schon lange im Mittelpunkt seiner Arbeit, bereits 1999 wurde er mit einer Dissertation zum digitalen Strukturwandel der Öffentlichkeit promoviert. Er ist außerdem Vorstandsmitglied bei pol-di.net e.V., dem Trägerverein der Online-Plattform politik-digital.de. Sein Weblog Internet und Politik ist unter http://internetundpolitik.wordpress.com abrufbar, bei Twitter kann man ihn als @drbieber finden. Herr Professor Bieber, inwiefern bewirkt WikiLeaks eine Machtverschiebung bei der Gestaltung von Medienöffentlichkeit?

"WikiLeaks kann als eine neue Art der Medien- bzw. Nachrichtenorganisation verstanden werden, der New Yorker Journalismus-Professor Jay Rosen hat dafür den Begriff der „stateless news organization“ geprägt. Zugleich fällt durch die Aktivitäten von WikiLeaks ein Blick auf die „Konjunktur des Lecks“ – immer mehr Daten liegen in digitalisierter Form vor und können auf diese Weise leicht vervielfältigt und weitergegeben werden. Dadurch wächst der Bedarf an Einrichtungen, die mit der Fülle des Materials umgehen können und es einer Prüfung und Bewertung unterziehen können. Klassische Medienunternehmen können dies bislang nur noch ansatzweise generieren, oder müssen dazu neue Bündnisse und Kooperationen eingehen. Das Resultat aus diesen Entwicklungen sind neuartige Transparenz-Plattformen, die auf den Möglichkeiten der Online-Zusammenarbeit basieren. Ob wir dadurch wirklich in ein „Zeitalter der Transparenz“ eintreten, wie es der US-Autor Micah Sifry vermutet, bleibt abzuwarten."



Hans Leyendecker, geboren 1949 in Brühl bei Köln, ist seit 1997 Leitender Politischer Redakteur bei der Süddeutschen Zeitung. Seine journalistische Laufbahn begann 1969 mit einem Volontariat beim Stader Tageblatt. Weitere Stationen waren die Westfälische Rundschau und der SPIEGEL, bei dem er 18 Jahre – zuletzt als Ressortleiter für besondere Aufgaben – tätig war. Leyendecker gilt als einer der profiliertesten investigativen Journalisten. Er deckte seit den 80er Jahren viele nationale und internationale Fälle von Betrug, Korruption und illegalen Parteispenden in Politik und Wirtschaft auf. Er erhielt zahlreiche Auszeichnungen im In- und Ausland, darunter den Gustav-Heinemann-Bürgerpreis 2004, den Erich-Fromm-Preis 2006 (gemeinsam mit Dr. Heribert Prantl) sowie den Henri-Nannen-Preis 2007 in der Kategorie „beste investigative Leistung“ (gemeinsam mit Klaus Ott und Markus Balser). Hans Leyendecker gehört dem Beirat von Transparency International an. Herr Leyendecker, inwiefern entzweien Enthüllungsplattformen wie WikiLeaks die neuen und die alten Medien – ist das, was WikiLeaks tut, Journalismus?

"WikiLeaks ist nicht die Revolution des Journalismus. Die echte Veränderung des Journalismus kann durch die Zusammenarbeit alter und neuer Medien gelingen. Jedes Medium bringt seine Stärken ein. Was beispielsweise Guttenplag geleistet hat, hätte jedes herkömmliche Medium überfordert. Die Netzgemeinde recherchierte in kurzer Zeit umfassender, als dies jede Redaktion geschafft hätte. Die klassischen Medien aber bewiesen handwerkliche Tugenden wie das Einordnen und die Gewichtung der von Guttenplag beschafften Informationen."



Matthias Kremin, geboren 1960 in Frankfurt an der Oder, studierte Musik an der Musikhochschule Rheinland sowie Kunst- und Musikwissenschaften in Bonn und Berlin. Nach dem Studium arbeitete er als freier Autor und Moderator für den WDR, SFB und HR. Seit 1990 ist er Redakteur beim Westdeutschen Rundfunk. Er war zunächst als Musikredakteur für Hörfunk und Fernsehen tätig, ehe er 1992 in die Hauptabteilung Sendeleitung und Zentrale Aufgaben des WDR Fernsehens wechselte. Dort verantwortete er neben zahlreichen Sondersendungen über 100 Folgen der Medienshow „Parlazzo“ mit Bettina Böttinger und Anne Will. Im Jahr 2001 wurde er Redaktionsleiter für Kulturdokumentationen im WDR Fernsehen. Dort verantwortete er zahlreiche Dokumentationen und Reihen für die ARD, unter anderem den Dokumentarfilm von Sönke Wortmann „Deutschland ein Sommermärchen“.
Seit Dezember 2008 ist Kremin Leiter des Programmbereichs Kultur und Wissenschaft im WDR Fernsehen. Hier entstehen u. a. die erfolgreiche Wissenschaftssendung „Quarks & Co“, Kultursendungen wie „west.art Magazin“, „west.art Klassik“ oder „west.art Jazzline“, beliebte Programme wie „frauTV“, das tägliche Verbrauchermagazin „Servicezeit“ oder die Reisereportagereihe „Wunderschön!“ sowie diverse Geschichts-, Natur- und Kulturdokumentation sowie das Schul- und Bildungsfernsehen. Auch zählen Zulieferungen zum Programm von ARTE, 3sat sowie namhaften Sendungen im ERSTEN („ttt“, „Druckfrisch“ sowie Dokumentationen) dazu.





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