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Aufzeichnung der Podiumsdiskussion vom 29.10.

Ob Apple, Meta, Google, X, Amazon oder, nicht zuletzt, Palantir – große Digitalkonzerne gestalten längst nicht mehr nur Märkte, sondern nehmen direkten Einfluss auf gesellschaftliche Debatten, politische Prozesse und rechtliche Rahmenbedingungen. Ihre Algorithmen bestimmen darüber, welche Informationen wir sehen, ihre Plattformen dienen als neue öffentliche Räume – und ihre Geschäftsmodelle stellen demokratische Prinzipien auf die Probe. 

Beim KölnAlumni Talk „Mächtig. Global. Undemokratisch? Wie Digitalkonzerne unsere Gesellschaft prägen“ wurden diese Entwicklungen aus unterschiedlichen Perspektiven beleuchtet: Wie funktioniert die Macht von Big Tech – und wie wird sie genutzt? Welche Auswirkungen hat sie auf Demokratie, Rechtsordnung und unsere Medienlandschaft? Was kann Regulierung leisten – und wo ist gesellschaftliches Umdenken gefragt? Und wie könnte eine digitale Zukunft aussehen, die demokratischen Werten gerecht wird?

Diese und weitere Fragen diskutierten am 29. Oktober 2025 Expert:innen aus Wissenschaft, Journalismus, Netzaktivismus und Politikberatung an der Uni Köln:

  • Prof. Dr. Dr. Frauke Rostalski, Professorin für Rechtswissenschaft (UzK), Schwerpunkt Digitalisierung, Recht und Ethik
  • Markus Beckedahl, Netzaktivist, Journalist und Gründer von netzpolitik.org, Schwerpunkt digitale Grundrechte, Plattformregulierung und strategische Kommunikation
  • apl. Prof. Dr. Martin Andree, Phil-Alumnus, Professor für Medienwissenschaft (UzK), Wissenschaftler und Autor, Schwerpunkt digitale Medien
  • Felix Duffy, Campaigner bei LobbyControl, EU-Bereich, Schwerpunkt Macht der Digitalkonzerne
  • Moderation: Michael Hirz, WiSo-Alumnus, Autor, Moderator und Kommunikationsberater, ehemaliger Phoenix-Programmgeschäftsführer

Mit einem digitalen Impuls von: Felix Holtermann, WiSo-Alumnus und Handelsblatt-Korrespondent in den USA, berichtete aus dem Silicon Valley über die Machtzentren von Big Tech und deren Einfluss auf die amerikanische Demokratie.

Eine hochaktuelle Podiumsdiskussion zu einer der zentralen Machtfragen unserer Zeit. Eine Veranstaltung für alle, die sich für Digitalisierung, Demokratie, Medienwandel oder Regulierung von Big Tech interessieren.

Keynote aus San Francisco

Felix Holtermann (*1987) ist Wirtschaftsjournalist und Autor. Seit 2017 arbeitet er für das Handelsblatt – zunächst in Frankfurt mit dem Schwerpunkt Banken- und Fintech, ab 2022 als US-Korrespondent für Tech und Automotive in New York und seit 2024 als US-Bureau Chief in San Francisco. Von dort berichtet er über gesellschaftliche und wirtschaftliche Entwicklungen in den USA. Ein besonderer Schwerpunkt seiner Arbeit liegt auf der Analyse der Macht der Digitalkonzerne: Holtermann beleuchtet in seinen Artikeln die Strategien globaler Tech-Giganten und untersucht deren Einfluss auf Wettbewerb, Politik und Gesellschaft. Seine journalistische Ausbildung begann 2006 an der Kölner Journalistenschule, parallel dazu studierte er Volkswirtschaftslehre und Politikwissenschaft an der WiSo Fakultät der Universität zu Köln, wo er 2013 seinen Abschluss machte. Bekannt wurde Holtermann insbesondere durch seine Enthüllungen rund um den Fall Wirecard – den größten Wirtschaftsskandal der deutschen Nachkriegszeit. Für seine Recherchen wurde er mehrfach ausgezeichnet. (Foto: Max Brunert, Handelsblatt)


Auf dem Podium:

Prof. Dr. Dr. Frauke Rostalski (*1985) ist Juristin, Philosophin und Inhaberin des Lehrstuhls für Strafrecht, Strafprozessrecht, Rechtsphilosophie und Rechtsvergleichung an der Rechtswissenschaftlichen Fakultät der Universität zu Köln. Seit 2020 ist sie Mitglied des Deutschen Ethikrats. Prof. Rostalski ist Expertin für die Herausforderungen und Chancen digitaler Technologien im Recht, insbesondere an den Schnittstellen von Recht, Ethik und Künstlicher Intelligenz. In Projekten wie „Smart Sentencing“ und dem „elektronischen Strafgerichtssaal“ erforscht sie die Auswirkungen technologischer Entwicklungen auf das Strafrecht. Mit diesem interdisziplinären Hintergrund engagiert sie sich insbesondere in der Beratung zur zunehmend bedeutenden KI-Compliance und ist regelmäßig als Sachverständige für den Deutschen Bundestag, verschiedene Landtage und Bundestagsfraktionen tätig. (Foto: Pascal Bünning)


Markus Beckedahl (*1976) setzt sich seit über 25 Jahren für digitale Grundrechte und eine gerechte Digitalpolitik ein. Er ist Netzaktivist, Journalist und Gründer von netzpolitik.org, einem der größten gemeinwohlorientierten Medienangebote in Deutschland. Die Plattform hat er maßgeblich aufgebaut und von 2003 bis 2022 als Chefredakteur geleitet. Als Mitinitiator und kuratorischer Leiter der Konferenz re:publica und Mitglied der Enquete-Kommission „Internet und digitale Gesellschaft“ (2010-2013) prägt er die netzpolitische Debatte in Deutschland mit. Aktuell hat er das Zentrum für Digitalrechte und Demokratie gegründet und schreibt einen Newsletter auf digitalpolitik.de. Für seine journalistische Arbeit mit netzpolitik.org erhielt Beckedahl zahlreiche Auszeichnungen, darunter den Grimme Online Award (Kategorie Spezial) und den Günter-Wallraff-Preis für Journalismuskritik. (Foto: Jason Krüger)


apl. Prof. Dr. Martin Andree (*1971) ist Medienwissenschaftler, Autor und lehrt Medienwissenschaft an der Universität zu Köln. Er forscht seit mehr als 15 Jahren zur Dominanz der Digitalkonzerne. Führende deutsche Medien und Konferenzen im In- und Ausland greifen für Beiträge zu diesem Thema regelmäßig auf seine Expertise zurück. Im Jahr 2020 veröffentlichte er den hoch angesehen Atlas der digitalen Welt. Er erhielt den Günter-Wallraff-Sonderpreis für Pressefreiheit und Menschenrechte für seinen Bestseller „Big Tech muss weg!“ (2023), sowie den Beatrice-Primus-Forschungspreis der Universität Köln (2025). Sein kürzlich veröffentlichtes Buch thematisiert die aktuelle digitalpolitische Situation: „Krieg der Medien. Dark Tech und Populisten übernehmen die Macht.“ Der Phil Alumnus absolvierte sein Studium in Köln, Münster, Cambridge und Harvard; seine Habilitation erfolgte im Jahr 2018. (Foto: privat)


Felix Duffy ist seit 2011 Campaigner bei LobbyControl in Köln und beschäftigt sich mit der wachsenden Macht von Digitalkonzernen. Er veröffentlichte Analysen zur EU-Politik, zum Big-Tech-Lobbying und zur Transparenz und baute die lobbykritische „Lobbypedia“ mit auf. In Vorträgen beleuchtet er die demokratischen Risiken digitaler Monopolmacht und setzt sich für Transparenz, Regulierung und digitale Demokratie ein. Er studierte Politische Wissenschaft, Osteuropäische Geschichte und Slavistik in Bonn. (Foto: LobbyControl - BY-NC-ND 4.0)


MODERATION: Michael Hirz (*1952) ist Journalist, Moderator und Kommunikationsberater mit langjähriger Erfahrung im politischen Journalismus. Nach dem Studium der Politikwissenschaft und Angewandten Sprachwissenschaft an der Universität zu Köln begann er seine berufliche Laufbahn beim Kölner Stadt-Anzeiger und beim WDR, wo er unter anderem in der Chefredaktion Politik tätig war. 1998 übernahm Hirz die Leitung des Fernsehbereichs Kultur und verantwortete Formate wie ttt, WestArt und druckfrisch. Von 2008 bis 2018 war er Programmgeschäftsführer des Senders Phoenix und moderierte dort Gespräche mit Spitzenpolitiker:innen, Wirtschaftslenker:innen und Wissenschaftler:innen. Nach zwei Amtszeiten schied Michael Hirz bei Phoenix aus und ist seither als freier Journalist und Kommunikationsberater tätig. Zudem engagiert er sich ehrenamtlich als Vorstand des Kölner Presseclub e. V. und schreibt seit mehr als 20 Jahren regelmäßig Literaturkritiken im Kölner Stadt-Anzeiger. (Foto: privat)