Entdecken Sie kluge Köpfe an der Medizinischen Fakultät
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...kluge Köpfe! Unsere KölnAlumni-Reihe stellt seit dem Jubiläumsjahr 2019 herausragende Persönlichkeiten, Absolvent*innen, (Master-)Studierende, Wissenschaftler*innen einer frühen Karrierephase und Postdocs der Universität zu Köln vor und macht besondere Werdegänge sowie außerordentliches Engagement sichtbar. Eine Übersicht der "klugen Köpfe" aller Fakultäten finden Sie hier!
- "Mutmacher*innen": Oliver Thumbs
- "Neue Wege": Dr. Dr. Philipp Schommers
- "Wissensquellen": Dr. Nawid Salimi
- "Impulsgeber*innen": Dr. Carola Holzner
- "Überzeugungen": Dr. Daniel Bettin
- "Herzensangelegenheiten": Priv.-Doz. Dr. Filomain Nguemo
- "Global Player*innen": Inga Spanuth
- "Taktgeber*innen": Prof. Dr. Erland Erdmann
- "Urteilskräfte": Prof. Dr. Christiane Woopen
- Oliver Thumbs
- Studium Humanmedizin
- Medizinische Fakultät
Oliver Thumbs (*1997) befindet sich derzeit im zehnten Semester des Studiums der Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln. Als Mitglied der Fachschaft Medizin übernimmt er federführend die Organisation des Kölner Teddybärkrankenhauses, dessen Pforten sich einmal pro Jahr für Kinder im Alter von 2-10 Jahren öffnen!
Patient:innen der temporären Klinik sind jedoch nicht die Kinder selbst, sondern ihre mitgebrachten Kuscheltiere oder Puppen. Gemeinsam mit anderen Studierenden der Fachschaft Medizin untersucht Oliver Thumbs die erkrankten oder verletzten Freunde, führt typische Untersuchungen durch und – sollte es nötig sein – auch eine rettende Operation im Operationszelt. Ziel der „Mutmacher*innen“ ist es, den Kindern die Angst vor Ärzt:innen, Untersuchungen und dem Krankenhausbesuch zu nehmen, indem sie die Abläufe von Krankenhausbehandlungen kennenlernen.
Gegenüber der Zeitung „Express“ äußert Oliver Thumbs „Die Kinder, die hier mit ihren Kuscheltieren vorbeikommen, zeigen allesamt unglaublich viel Faszination dafür, wenn an ihrem Kuscheltier etwas gefunden wird und dies danach im Operationszelt behoben wird. […] Es ist auch immer wieder erstaunlich, wie gut die Kinder einzelne Symptome an der Anmeldestation nennen können.“ Neben dem Teddybärkrankenhaus engagiert sich Oliver Thumbs für verschiedene Berufungskommissionen an der medizinischen Fakultät sowie in einem katastrophenmedizinischen Projekt der Bundesvertretung Medizinstudierender Deutschlands (bvmd). Oliver Thumbs leistet schon jetzt Dienste als Rettungssanitäter. Sein großes Interesse liegt in der Notfallmedizin, in der er auch seinen zukünftigen Wirkungsbereich sieht.
Das „Teddybärkrankenhaus“ gibt es auch über die Kölner Stadtgrenzen hinaus: Das internationale Charity-Projekt wurde in den 1990er Jahren von der International Federation of Medical Student´s Association (IFMSA) initiiert und wird in Köln von Medizinstudierenden in Kooperation mit der Uniklinik Köln umgesetzt.
(Stand: Juli 2022)
Was würden Sie Erstsemesterstudierenden zu Beginn des Medizinstudiums mit auf den Weg geben?
Im Studium stehen euch (fast) alle Türen offen. Nutzt sie! Ob in allen möglichen Fachgebieten der akademischen Selbstverwaltung oder in ehrenamtlichen Projekten in oder außerhalb der Uni, jeder neue Blickwinkel erweitert eure Sicht und natürlich grade auf ein so interdisziplinäres Fach wie die Humanmedizin.
Frühaufsteher, Mensa-Frühstück oder Nachteule, was ist Ihr Lernerfolg?
Frühaufsteher. Am Tag kommt noch genug Ablenkung, Termine und der Hundespaziergang, dann ist da wenigstens schonmal ein Teil des Lernens hinter mir.
Was ist Ihr Lieblingsort an der Universität zu Köln?
Das Bettenhaus der Uniklinik. Ein wunderbarer Blick über die ganze Uni, Stadt und Umgebung. Bloß das Losreißen ist schwierig.
- Facharzt für Innere Medizin & Clinician-Scientist
- Studium Humanmedizin
- Medizinische Fakultät
Med-Alumnus Dr. Dr. Philipp Schommers (*1986) ist Facharzt für Innere Medizin und Clinician-Scientist an der Klinik I für Innere Medizin der Uniklinik Köln. Sein Studium der Humanmedizin hat er an der Universität zu Köln im Jahr 2013 erfolgreich abgeschlossen – es folgten eine Weiterbildung zum Facharzt sowie 2015 seine erste Promotion („summa cum laude“). In dieser Dissertation beschäftigte sich Dr. Dr. Philipp Schommers mit dem Thema „Überleben und Mortalität verschiedener HIV-assoziierter Lymphome“.
An den „Doktor der Medizin“ schloss Dr. Dr. Philipp Schommers 2020 den „Doktor der naturwissenschaftlichen Medizin“ an und absolvierte ein interdisziplinäres Promotionsstudium in Molekularer Medizin (IPMM) an der Medizinischen Fakultät und der Naturwissenschaftlichen Fakultät. Dr. Dr. Philipp Schommers wurde erneut mit „summa cum laude“ promoviert – mit seiner Dissertation zum Thema “Restriction of HIV-1 Escape by a Novel Highly Broad and Potent Neutralizing Antibody” gelang ihm ein entscheidender Schritt in der Forschung zu breit-neutralisierenden Antikörpern gegen HIV: Diese Forschungsarbeit ebnet neue Wege im Bereich der HIV-Therapie!
Dr. Dr. Philipp Schommers beschreibt in seiner Dissertation die Entdeckung des neuen Antikörpers „1-18“, welcher die besondere Eigenschaft hat, Mutationen des Virus und somit Resistenzen zu verhindern. Diese Entdeckung kann in Zukunft dazu beitragen, neue Therapieformen zu entwickeln oder HIV-Infektionen zu verhindern. Seine Dissertation wurde mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet: Er erhielt u.a. den Wolfgang Stille-Wissenschaftspreis 2020 von der Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie (PEG), den ersten Platz in der Sektion Natur- und Technikwissenschaften des Deutschen Studienpreises 2021 der Körber-Stiftung, den HIV/ AIDS-Forschungspreis der Deutschen Gesellschaft für Infektiologie e.V. (DGI) und wurde zudem von der Deutschen AIDS Gesellschaft (DAIG) mit dem Deutschen AIDS Preis 2021 ausgezeichnet.
(Stand: Februar 2022)
Was würden Sie heutigen Erstsemestern mit auf den Weg geben?
Die Zeit des Studiums nicht nur für das reine Lernen zu nutzen, sondern auch um sich klar zu werden, welche Dinge mir Spaß machen und worin man gut ist. Das lernt man leider meist nicht durch Vorlesungen, Seminare und Übungen etc., sondern indem man neben dem Studium auch mal nach links und rechts schaut. In einem Job z.B. als studentische Hilfskraft oder als Werksstudent bekommt man einen super Einblick in die verschiedenen möglichen Berufe nach dem Studium.
Frühaufsteher, Mensa-Frühstück oder Nachteule, was ist Ihr Lernerfolg?
In der Zeit vor dem Examen habe ich mir selber einen ganz klassischen „9 to 5“ Tag durchgeplant. Das gab mir etwas Struktur, ich konnte abends trotzdem noch etwas mit Freunden machen und länger als 7-8 Stunden am Tag zu lernen fand ich noch nie sinnvoll. Wenn man nicht mehr konzentriert ist, ist es auch egal, ob man 9 oder 15 Stunden am Tag vor den Büchern sitzt. Dann nimmt man nichts mehr auf.
Was ist Ihr Lieblingsort an der Universität zu Köln?
Im Studium war die Robert-Koch-Mensa immer der Ort, an dem meine Freunde und ich uns am häufigsten auf dem Campus getroffen haben. Selbst nach dem Studium habe ich dort noch häufig gegessen, da unser Labor direkt gegenüber im ZMMK lag.
- Mitgründer und Teil der Geschäftsführung der AMBOSS GmbH
- Studium Humanmedizin
- Medizinische Fakultät
Amboss lautet nicht nur der Name eines der kleinsten Knochen im menschlichen Körper – es ist auch die Erfolgsgeschichte von Med-Alumnus Dr. Nawid Salimi!
Sein Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln hat Dr. Nawid Salimi im Jahr 2009 erfolgreich abgeschlossen. Nach zweijähriger Berufserfahrung im Fachbereich für Innere Medizin des St. Elisabeth-Krankenhauses in Köln hat er eine Idee verfolgt, die das Lernverhalten der Medizinstudierenden in ganz Deutschland mittlerweile revolutioniert hat: 2012 gründete er gemeinsam mit seinem Bruder Madjid und zwei Studienfreunden die Miamed GmbH, die mit AMBOSS ein intelligentes, adaptives Lernprogramm zur Vorbereitung auf das medizinische Staatsexamen geschaffen hat. Heute ist AMBOSS mit 95% Marktanteil der digitale Standard zur Vorbereitung auf das schriftliche Examen unter angehenden Mediziner*innen – eine wahre Wissensquelle!
Der Name des Unternehmens leitet sich einerseits vom gleichnamigen Gehörknöchelchen ab und spielt andererseits auf den unter Studierenden verbreiteten Spitznamen „Hammerexamen“ für das Zweite Medizinische Staatsexamen an. Medizinberufe prägten Nawid Salimi bereits als Kind: Seine Mutter arbeitete als Krankenpflegerin und sein Vater kam mit 18 Jahren aus dem Iran nach Deutschland, um Medizin zu studieren. Für Nawid Salimi nahm hingegen zunächst die Musik einen besonderen Stellenwert in seinem Leben ein – lange war sein Ziel, Dirigent zu werden! Zwei Jahre lang belegte er zusätzlich Philosophie- und Musikseminare; erst nach dem Physikum fokussierte er sich voll auf seine medizinische Laufbahn.
Seit 2012 arbeitet er zwar nicht mehr in der Inneren Medizin, ist als Geschäftsführer und Redaktionsleiter der AMBOSS GmbH jedoch unmittelbar an Produktentwicklung und medizinischen Fragestellungen als Arzt beteiligt. Die Firma beschäftigt heute über 400 Mitarbeiter*innen und hat Büros in Köln, Berlin und New York. Zugleich arbeitet das Team kontinuierlich an der Weiterentwicklung der Wissensplattform auch für bereits praktizierende Ärztinnen und Ärzte – so lizensieren immer mehr Krankenhäuser und Klinikverbände AMBOSS für ihre Beschäftigten. Auch für die Behandlung von COVID-19 stellt AMBOSS eine zentrale Ressource dar und bietet kostenlos Informationen und intensivmedizinische Orientierungshilfen, etwa zur Beatmung, in unterschiedlichen Sprachen an.
Lesen Sie hier außerdem ein Interview mit dem Med-Alumnus im Kölner Universitätsmagazin!
(Stand: November 2021)
Welches Ereignis aus Ihrer Studienzeit haben Sie in besonderer Erinnerung und was verbindet Sie noch heute mit der Universität zu Köln?
Die Verbundenheit zum Campus und der Uniklinik bleibt, ich habe sehr lebendige Erinnerungen an die Stimmung, das ständige Umgebensein von Studierenden, Ärztinnen und Dozenten. Wann immer ich in der Nähe bin, spüre ich diese Vertrautheit – und ich bin sehr dankbar, dass ich hier eine so spannende und lehrreiche Zeit verbringen durfte. Außerdem freut es mich riesig, dass auch immer wieder Kölner Studierende den Weg in unser Team finden, unsere Arbeit tatkräftig unterstützen und dabei ein bisschen Uni-Feeling ins Büro bringen.
Wenn Sie einen Tag lang wieder Studierender an der Universität zu Köln wären, wie würde dieser Tag aussehen? Was dürfte nicht fehlen?
Ich würde eine interaktive Vorlesung besuchen, beispielsweise mit Patienten, sehr gerne auch an einem Bedside-Teaching-Kurs teilnehmen, mit Kommilitonen auf einer Treppe sitzen und Cappuccino trinken. Und natürlich gehört auch ein Mensa-Besuch dazu!
Was würden Sie heutigen Erstsemestern mit auf den Weg geben?
Das Studium ist eine besondere Zeit und ein großes Privileg. Nutzt die Chance euch weiterzubilden, und reduziert euch nicht auf den erwarteten "Standard"! Aber lasst euch auch nicht stressen und verpasst nicht, die Zeit zu genießen. Ich denke, kaum ein Lebensabschnitt bietet so viel Gestaltungsraum – macht was draus!
- Fachärztin für Anästhesiologie | Fachbereiche Notfall- und Intensivmedizin | Bloggerin
- Studium Humanmedizin
- Medizinische Fakultät
Für ihr Studium der Humanmedizin an der Universität zu Köln zog Med-Alumna Dr. Carola Holzner (*1982) im Jahr 2003 in die Domstadt, in der sie 2009 auch erfolgreich promovierte. Ihre Ausbildung zur Fachärztin absolvierte sie in der Abteilung für Anästhesie in Mülheim sowie Kliniken in Duisburg und Oberhausen. Sie ist Fachärztin für Anästhesiologie, Intensivmedizin und Notfallmedizin. Im Jahr 2018 begann sie als Oberärztin im Zentrum für Notfallmedizin des Universitätsklinikum Essen und wurde zu Beginn 2019 leitende Oberärztin der Zentralen Notaufnahme Im Frühjahr 2021 wechselte sie an die Helios St. Johannes Klinik in Duisburg, wo sie seitdem das interdisziplinäre Notfallmanagement leitet.
Dr. Carola Holzner ist Ärztin aus voller Überzeugung und brennt dafür, das Wissen, das sie in ihrer Studienzeit und langjährigen Erfahrung als Ärztin erlangt hat, auch an Nicht-Mediziner*innen zu vermitteln. Unter dem Namen „Doc Caro“ verfolgt sie die Mission, Soziale Netzwerke sinnvoll zu nutzen und mithilfe von spannenden Videoblogs medizinische Inhalte jedem leicht verständlich zugänglich zu machen – und so mit Spaß und Action für Themen rund um die Medizin zu begeistern.
Insbesondere während der Covid-19-Pandemie erlangte unsere Med-Alumna große mediale Aufmerksamkeit als Impulsgeberin. In zahlreichen Radio- und Fernsehsendungen berichtete sie von ihren Erfahrungen als Notärztin und Intensivmedizinerin und kritisierte unter anderem die schleppend vorangehenden Impfungen des Klinikpersonals. Die von ihr stammende Wortneuschöpfung „mütend“ (eine Mischung aus „müde“ und „wütend“) war schnell in aller Munde.
(Stand: Juni 2021)
Was würden Sie heutigen Erstsemestern mit auf den Weg geben?
Es ist zunächst einmal ein tolles Gefühl, wenn man das Glück hat, den Wunschstudienplatz bekommen zu haben – versucht dieses Gefühl möglichst lange beizubehalten. Es kommen Zeiten, die sind hart, man will vielleicht aufgeben oder fragt sich, ob man das Richtige tut. Deshalb wünsche ich euch Durchhaltevermögen und dass ihr das Ziel nie aus den Augen verliert.
Aber vor allem soll das Studium eins machen: Spaß! Es ist und bleibt die beste Zeit im Leben und die gilt es zu genießen und nicht nur zu lernen.
Welcher Gegenstand erinnert Sie besonders an Ihre Studienzeit?
Ein volles Kölsch neben dem Medizinbuch. Wenns mal nicht so gelaufen ist.
Wenn Sie einen Tag lang wieder Studierende an der Universität zu Köln wären, wie würde dieser Tag aussehen? Was dürfte nicht fehlen?
Mit der 9 in Richtung Uniklinik, das Treffen der Freunde und Kommilitonen im großen Hörsaal und danach der Cappuccino auf der Wiese vor dem Biochemiegebäude.
- Facharzt für Kinderheilkunde | Mitwirkung bei Ärzte ohne Grenzen
- Studium Humanmedizin
- Medizinische Fakultät
Med-Alumnus Dr. Daniel Bettin (*1987) hat sein Studium der Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln im Jahr 2014 erfolgreich abgeschlossen. Bis heute ist der gebürtige Hamburger seiner Studienstadt treu geblieben: In der Abteilung für Klinische Infektiologie (Uniklinik Köln, Fachbereich Innere Medizin I) macht Dr. Daniel Bettin, der als Facharzt für Kinderheilkunde mit der Zusatzbezeichnung Notfallmedizin tätig ist, derzeit eine Weiterbildung zum Infektiologen.
Bereits vor dem Medizinstudium absolvierte Dr. Bettin eine Ausbildung zum Rettungssanitäter und ist seit 2006 beim Deutschen Roten Kreuz ehrenamtlich tätig. Während des Medizinstudiums engagierte er sich in der Studierendenvertretung und war zwischen 2010 und 2012 Vorsitzender der Fachschaft Medizin. Außerdem unterstützt er den 2008 gegründeten Verein „FdHmsK e.V.“ (Freunde der Humanmedizinstudierendenschaft Köln e.V.), um die Fachschaft Medizin bei der Organisation ihrer vielfältigen Projekte zu unterstützen und aktive sowie ehemalige Kölner Medizinstudierende miteinander zu vernetzen.
Auch als Alumnus in der Vortragsreihe Med Insight hat sich Dr. Daniel Bettin bereits engagiert und stand Studierenden Rede und Antwort rund um Fragen zu seinem Engagement bei Ärzte ohne Grenzen. Denn, sein besonderes Engagement und seine Überzeugungen führten ihn schließlich dazu, medizinische Nothilfe in Krisengebieten zu leisten. Mit der Hilfsorganisation „Ärzte ohne Grenzen e.V.“ absolvierte er in den Jahren 2018 und 2019 einen Auslandsaufenthalt als Kinderarzt in Yei (Südsudan) und Mabalako (Demokratische Republik Kongo). Die Eindrücke und Erfahrungen aus dieser Arbeit begleiten Dr. Bettin bis heute. Sie sind mahnende Erinnerung und Ansporn zugleich, dass es in unserer privilegierten Gesellschaft stets unser Anspruch sein muss uns für benachteiligte Gruppen in – und außerhalb unseres Landes einzusetzen. Hilfe zu leisten ist Grundpfeiler unserer ärztlichen Tätigkeit und gleichzeitig eine Verpflichtung im Rahmen unserer individuellen Möglichkeiten alles zu tun, um diese Welt ein kleines bisschen zu verbessern.
(Stand: Juni 2021)
Was würden Sie heutigen Erstsemestern mit auf den Weg geben?
Genießt und nutzt euer Studium gleichermaßen in vollen Zügen. Es ist Teil einer einzigartigen Lebensphase voller Freiheiten und Möglichkeiten. Gleichzeitig bilden die Fertigkeiten und das Wissen welches ihr in Studium erwerbt die Grundlage eurer späteren ärztlichen Tätigkeit. Dies bringt auch eine gewisse Verantwortung mit sich, der wir uns bewusst sein sollten.
Welches Ereignis aus Ihrer Studienzeit haben Sie in besonderer Erinnerung?
Ich find es schwierig hier ein singuläres Ereignis zu benennen. Mich hat das Engagement vieler Dozenten und Studierender immer wieder beeindruckt. Sowohl im Rahmen außercurricularer Lehrveranstaltungen wie auch in der studentischen Interessensvertretung. Eine ganz besondere Phase war die Zeit des Studiengebührenboykotts. Hier ist mir die außergewöhnliche Arbeit der vielfältigen Hochschulgruppierungen und die Solidarität unter den Studierenden in Erinnerung geblieben. Studentische Protestbewegungen haben eine lange Tradition und sind heute so relevant wie seit jeher.
Wenn Sie einen Tag lang wieder Studierender an der Universität zu Köln wären, wie würde dieser Tag aussehen? Was dürfte nicht fehlen?
Die kritische Auseinandersetzung mit der ersten Vorlesung des Tages, je nach Uhrzeit. Treffen der Freunde in den Vorlesungen und Kursen. Mittagessen in der Robert-Koch Mensa. Später je nach Phase des Semesters Blockpraktika oder lernen mit Freunden. Das Ende des Tages wäre je nach Wochentag unterschiedlich: Montag stünde hier die Sitzung der Studierendenvertretung an, an einem Dienstag wäre der Abend wahrscheinlich in einer ganz besonderen Kölner Kneipe geendet. Wenn ich nur einen Tag hätte dürften eigentlich beide Punkte nicht fehlen.
- Forschungsgruppenleiter am Institut für Neurophysiologie | Aufbau der Medizinischen Fakultät in Dschang (Kamerun)
- Initiator der Kooperation zwischen der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und der Cheikh Anta Diop Universität (UCAD) in Dakar
- Promotionsstudium im Bereich Stammzellenforschung
- Medizinische Fakultät
Med-Alumnus PD Dr. Filomain Nguemo (1972) wurde in Kamerun geboren und begann seine wissenschaftliche Karriere an der dortigen Université de Dschang. Nach dem erfolgreichen Abschluss eines Biologie- und Physiologiestudiums wechselte er für sein Promotionsstudium zunächst an die Université de Yaoundé, ebenfalls in Kamerun. Allerdings wollte der junge Student sein Glück auch an einer internationalen Universität versuchen: Mit einer E-Mail an seinen künftigen Doktorvater Professor Jürgen Hescheler (Direktor des Zentrums für Physiologie und Pathophysiologie) an der Medizinischen Fakultät begann schließlich seine Geschichte an der Universität zu Köln.
Sein Talent, seine Kenntnisse und Motivation überzeugten Professor Hescheler und so begann Dr. Filomain Nguemo im Jahr 2002 seine Promotion im Fach Biologie, die er 2008 erfolgreich abschloss. Heute ist er Gruppenleiter der Elektrophysiologie am Zentrum für Physiologie und Pathophysiologie der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und Assistent des Kölner Professors. Dr. Nguemos wissenschaftliche Arbeit widmet sich dabei der Stammzellforschung mit dem Ziel, die Verbesserung der Herzfunktion, insbesondere die Einflüsse von Medikamenten und pflanzlichen Naturstoffen auf das Herz oder Herzmuskelzellen zu untersuchen. Zahlreiche Projekte unter seiner Beteiligung werden dabei von der EU und dem Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und dem DAAD finanziert.
Trotz seines persönlichen Erfolgs hat Dr. Filomain Nguemo seine Wurzeln nie vergessen und es ist ihm eine Herzensangelegenheit, den Aufbau der Medizinischen Fakultät in seiner Studienstadt Dschang zu unterstützen. Die Université de Dschang wurde im Jahr 1993 gegründet und verfolgt das Ziel, exzellente Ärzt*innen auszubilden. Dr. Filomain Nguemo initiierte daher im Jahr 2015 eine Kooperation mit der Universität zu Köln, die der Université de Dschang wachsendes Ansehen und den Studierenden neue Möglichkeiten eröffnet, auch international zu arbeiten. Studierenden aus Dschang bot sich aufgrund dieser Kooperation im Jahr 2017 die Möglichkeit an einer Summer School am Kölner Campus teilzunehmen. Für MedAlumnus Dr. Filomain Nguemo hat sich die damalige Bewerbung gelohnt – er ist an der Universität zu Köln angekommen.
(Stand: April 2021)
Welches war die größte Hürde, die Sie im Studium überwinden mussten?
Viele, aber eine Hürde ist für mich ein Aufputschmittel. Ich kann behaupten, „Alle Hindernisse und Schwierigkeiten sind Stufen, auf denen wir in die Höhe steigen“ (Friedrich Nietzsche)
Welche Person an der Universität zu Köln hat Sie besonders beeinflusst?
Es gibt nicht nur eine Person, sondern viele. Alle Kollegen/innen und Freunde, die zu dieser Reise beigetragen haben. Aber hinter dieser Geschichte steht ein besonderer Mensch, der dies möglich gemacht hat, Prof. Jürgen Hescheler. Ich kann ihm gar nicht dankbar genug sein. Allerdings hat man auch die wunderbaren Menschen wie Prof. Konrad Brockmeier und Dr. Stefan Bilhauer, .... die ich kennenlernen durfte und mit denen ich meinen Traum verwirklichen konnte.
Die Universität zu Köln ist für mich...
Wenn Ich auf die 19 Jahre an der Universität zu Köln zurückblicke: Es ist ein erstaunlicher Ort mit einer erstaunlichen Strategie und Priorität für Wohlbefinden und Work-Life-Balance.
- Koordinatorin European Medical Student Association (EMSA) Köln
- Studium Humanmedizin
- Medizinische Fakultät
Med-Alumna Inga Spanuth (*1995) studiert seit dem Sommersemester 2015 Humanmedizin an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln und ist eine echte Global Playerin! Neben dem Studium spielt sie Ultimate Frisbee - ein athletischer, auf Fair Play basierender Teamsport mit einer Frisbeescheibe - in der Deutschen Frauennationalmannschaft. Mit ihrem Team feierte sie bereits einige internationale Erfolge: Bei der Europameisterschaft 2010 und 2012 erreichten sie den ersten Platz, im Jahr 2019 den fünften Platz und bei der Weltmeisterschaft 2015 erreichte Inga mit ihrem Team ebenfalls den fünften Platz.
Aber nicht nur sportlich ist Inga Spanuth eine Global Playerin. Sie engagiert sich ebenfalls seit 2018 als Local Coordinator in der European Medical Students` Association (EMSA) Köln, ist Gründerin der AG EMSA Köln und hat in diesem Rahmen ein Austauschprojekt für 34 Medizinstudierende mit der Marmara Fakultät in Istanbul organisiert. Zudem war Sie bereits während des Studiums am Aufbau eines lebendigen Alumni-Netzwerks an ihrer Fakultät beteiligt und unterstützt bis heute die Arbeit von KölnAlumni #MED!
(Stand: November 2020)
Was würden Sie heutigen Erstsemestern mit auf den Weg geben?
Involviert euch in ehrenamtlichen Projekten. Es gibt an der Fakultät viele Ressourcen, um eigene Projekte auf die Beine zu stellen oder bereits laufende Projekte, die man unterstützen kann. Natürlich ebenfalls: Schließt euch nicht in der Bib ein, sondern lernt zusammen mit euren Kommilitonen die Domstadt jenseits der Uniklinik kennen.
Welches war die größte Hürde, die Sie im Studium überwinden mussten?
Die größte Hürde war das Physikum: Monatelanges Lernen in den Fächern Anatomie, Physiologie, Biochemie und Psychologie-Soziologie.
Frühaufsteher, Mensa-Frühstück oder Nachteule, was ist Ihr Lernerfolg?
Die Tageszeit ist bei mir relativ. Der Schlüssel zum Erfolg ist für mich das gegenseitige Abfragen und Ergänzen in Lerngruppen.
- ehem. Direktor & Mitbegründer des Herzzentrums der Uni Köln
- Kardiologe & emeritierter Hochschullehrer
- Medizinische Fakultät
Prof. Dr. Erland Erdmann (*1944 in Pommern) studierte in Oxford und Göttingen Humanmedizin und promovierte im Jahr 1970 – die Habilitation folgte 1979. Im Jahr 1993 fand er seinen Weg in die Domstadt: Er übernahm an der Medizinischen Fakultät der Universität zu Köln den Lehrstuhl für Innere Medizin mit den Schwerpunkten Kardiologie, Angiologie, Pneumologie und internistische Intensivmedizin, den er bis zu seiner Pensionierung 2012 inne hatte.
Ein wichtiger Meilenstein für den Medizinstandort Köln und das Lebenswerk von Prof. Dr. Erland Erdmann war die Gründung des Herzzentrums in Zusammenarbeit mit der Klinik für Thorax- und Herzchirurgie sowie der Abteilung für Kinderkardiologie im Jahr 1995. Erland Erdmann war maßgeblich am Gründungsprozess beteiligt und rief für die Realisierung einen Förderverein ins Leben. Im Jahr 2007 konnte der Neubau des Herzzentrums an der Uniklinik Köln unter seiner Leitung schließlich eröffnet werden. Jährlich werden seitdem ca. 5000 Patient*innen im Kölner Herzzentrum betreut. Von 1997 bis 2001 war Erdmann zudem Prorektor für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Universität zu Köln und von 2000 bis 2009 Mitglied der Ständigen Kommission für Forschung und wissenschaftlichen Nachwuchs der Hochschulrektorenkonferenz.
Für sein Wirken als Kardiologe an der Uniklinik Köln erhielt er zahlreiche Auszeichnungen, darunter auch den Lingen-Preis für klinische Forschung (1998). Erdmann ist Mitglied zahlreicher in- und ausländischer Fachgesellschaften sowie Lehrbuch-Autor und Mitherausgeber mehrerer Fachzeitschriften der Inneren Medizin und Kardiologie. Am 31. Oktober 2006 wurde Erdmann mit dem Bundesverdienstkreuz (1. Klasse) ausgezeichnet. Prof. Dr. Erland Erdmann hat in seiner Funktion als Präsident des Vereins "KölnAlumni - Freunde und Förderer der Universität zu Köln e.V." die Alumniarbeit an der Universität zu Köln viele Jahre lang maßgeblich mitgestaltet.
(Stand: Januar 2019)
Meine Zeit an der Uni Köln...
"...hat mich geprägt und meinen Horizont erweitert."
100 Jahre Uni Köln: Mein Glückwunsch an die Uni Köln lautet…
"...Exzellenzuniversität auch in den kommenden 100 Jahren!"
- Vorsitzende des Europäischen Ethikrates
- Studium Humanmedizin
- Medizinische Fakultät
Die Medizinethikerin, Prof. Dr. Christiane Woopen (*1962), studierte Humanmedizin an der Universität zu Köln (1982-1988) sowie Philosophie an den Universitäten Bonn und Hagen (1990-1995). An der Universität zu Köln ist sie heute geschäftsführende Direktorin des interfakultären Cologne Center for Ethics, Rights, Economics, and Social Sciences of Health (ceres) sowie Professorin für Ethik und Theorie der Medizin und Leiterin der Forschungsstelle Ethik an der Medizinischen Fakultät. Als Prodekanin für Akademische Entwicklung und Gender setzte sie sich bis April 2019 dort zudem für den wissenschaftlichen Nachwuchs und die Überwindung von genderbedingten Unterschieden bei Karrierechancen ein.
Seit 2017 ist Christiane Woopen Vorsitzende des die Europäische Kommission beratenden Europäischen Ethikrates (European Group on Ethics in Science and New Technologies) und seit 2018 Co-Sprecherin der Datenethikkommission der Bundesregierung. Woopen war zudem Mitglied im International Bioethics Committee der UNESCO, von April 2012 bis April 2016 Vorsitzende des Deutschen Ethikrates und von 2014 bis 2016 Präsidentin des 11th Global Summit of National Ethics/Bioethics Committees. Sie ist Mitglied der Academia Europaea sowie der Europäischen Akademie der Wissenschaften und Künste. 2019 erhielt Christiane Woopen für ihr gesellschaftliches Engagement das Bundesverdienstkreuz 1. Klasse.
(Stand: September 2019)
Ich verdanke meiner Studienzeit an der Uni Köln...
"...die Motivation und Begeisterung mich dafür einzusetzen, Brücken zwischen unterschiedlichen wissenschaftlichen Disziplinen zu bauen, damit sie gemeinsam in inter- und transdisziplinärer Forschung drängende Fragen wie die digitale Transformation aller gesellschaftlichen Bereiche angehen.“
Mein Wunsch für das Glück der Uni Köln lautet...
"...dass sie unter den besten Rahmenbedingungen mit aller Kraft forscherische und persönliche Entfaltung fördern möge."